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Mensa in den Neunzigern

Ende der 1980er-Jahre wird die Sparpolitik der Landesregierung zum Umweltproblem: Die Studierenden essen in den Mensen von Einwegtellern.

Für die Verwendung von Mehrweggeschirr müssten mehr Spülmaschinen eingesetzt werden. Für diese fehlt allerdings der Platz. Aufgrund der schlechten Ausstattung mit Räumen ist das Studentenwerk unter anderem auf angemietete und von der Hochschule zur Verfügung gestellte Räume angewiesen, die auf den Einbau der Maschinen nicht ausgerichtet sind. Dies erschwert die Planung für entsprechende technische Neuerungen.

Nach massiven studentischen Protestaktionen gegen die immer größer werdenden Müllberge stimmt das Ministerium schließlich einer großen Umbaumaßnahme am Pontwall zu: Das Studentenwerk plant, die veralteten 1966 und 1970 angeschafften, auf verschiedenen Raumebenen arbeitenden Spülmaschinen nicht zu ersetzen, sondern eine zentrale Spülküche zu errichten. In einem großen separaten Raum mit zwei Spülanlagen lässt sich vor dem Hintergrund steigender Studierenden- und Gästezahlen wesentlich wirtschaftlicher arbeiten. Die Maßnahme ist auch deswegen zu befürworten, weil auch die klima- und lüftungstechnischen Bedingungen nicht mehr den Erfordernissen ordnungsgemäßer Arbeitsplätze entsprechen.

Zunächst soll die Spülküche in einem neu angelegten Kellergeschoss untergebracht werden. Aus statischen Gründen und wegen der längeren Transportwege in die beiden Mensen entscheiden sich die Planer jedoch für eine zusätzliche Etage.

In diesem Zuge entsteht eine großzügige Eingangshalle  mit Anschluss an die Verteilerhallen zu den beiden Mensen 1 und 2. Außerdem wird ein Kiosk eingebaut, den der AStA zum Verkauf von Hochschulartikeln nutzt. 

Für rund fünf Millionen D-Mark wird die Hauptmensa innerhalb eines Jahres mit einer Spülküche oberhalb des schwarzen Korridors versehen. Das Architekturbüro Liebmann lässt darüber hinaus eine neue Fassade entstehen, die bei den Liebhabern der einstigen Bauhaus-Architektur des Klubhauses auf pures Entsetzen stößt. Der ein oder andere mag sich an die blau-türkise Plattenfassade als typisches Relikt der 80er-Jahre vielleicht noch erinnern …