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DIE TÜRME

Ob sie schön sind, darüber lässt sich streiten. Aber unumstritten ist, dass sie seit Jahrzehnten das Bild des Aachener Westens prägen: die Studentenwohntürme an der Rütscher Straße. Der erste wurde 1965 errichtet, die drei weiteren folgten in den Jahren 1966 und 1968.

Ende der 1950er-Jahre wird ein Wettbewerb zum studentischen Wohnen ausgeschrieben. Der Titel lautet: „Wie wollen wir wohnen?“ Hintergrund ist die Planung mehrerer Hochhäuser für insgesamt 1.000 Studenten an der Rütscher Straße. Die Studenten sollen mit eingebunden werden und über den Wettbewerb Wünsche und Vorschläge äußern.

„Damenzimmer: Die meisten Verfasser sprechen sich für eine kleinere Zahl von Zimmern für Damen aus, in Form eines Damengeschosses oder eines separiert gelegenen Flügels mit Damenzimmern. Seltener wird ein Damenhaus vorgeschlagen.“
Auszug Wettbewerbsergebnisse 1958

Die Türme sind das dritte Wohnbauprojekt des Studentenwerks. Als Planer wird Professor Schwippert benannt, er hat bereits das Klubhaus am Pontwall gebaut. Die Baukosten pro Turm betragen rund fünf Millionen D-Mark. Für ein Zimmer bezahlen die Studierenden 80 D-Mark.

Türme-Daten:
Otto-Petersen-Haus (1965): 274 Bettplätze, 17 Etagen
Otto-Intze-Haus (1966): 242 Bettplätze, 15 Etagen
Walter-Eilender-Haus (1968): 274 Bettplätze, 17 Etagen
Theodor-von-Kármán-Haus (1968): 242 Bettplätze, 15 Etagen
Architekten: Prof. Dr.-Ing. H. Schwippert, Dipl.-Ing. R. v. Brause, Ing. Oppermann, Ing. Schier, Ing. Süß, Ing. Nellessen, Dipl.-Ing. Queck

Heute kennt fast jeder Öcher die Türme, bei den Studierenden sind sie sogar überaus beliebt. Nicht unbedingt wegen des Wohnkomforts – die durchschnittliche Größe der Flurzimmer mit Waschbecken beträgt etwa zwölf Quadratmeter –, sondern vielmehr wegen des unvergleichlichen Blicks über Aachen, der zentralen Lage, der gut organisierten studentischen Selbstverwaltung und natürlich der legendären Partys in den berühmten Kellerbars. Gründe, dort wohnen zu wollen, gibt es genug.

Frontbild: © Hochschularchiv RWTH