Bild: Stefan Rauh

Die Sache mit den Bierchen

Ab Juni 2008 strömt den Besuchern der RWTH-Bibliothek am Templergraben der wohltuende Geruch von frisch aufgebrühtem Kaffee in die Nase. Ganz modern versorgt die Kaffeebar des Studentenwerks die Studierenden und die Angestellten der Bibliothek mit handgemachtem Kaffee, frisch gepresstem Saft, Obstsalat, italienischen Törtchen und Baguettes. Das Studentenwerk verfolgt viele moderne Ideen, um den Service für seine Kunden zu verbessern. Dabei ist die Kaffeebar ein erster wichtiger Baustein. Nach dem Auftakt in der Bibliothek ist der Weg für die nächsten Kaffeebars im SuperC und in der Mensa  Bayernallee frei.

Was sich zunächst gut anhört, wird nur einige Monate später wieder geschlossen: Der Kaffeeduft ist wohl nicht das Wahre für eine Bibliothek. Das Studentenwerk muss seine Bar wieder demontieren.

Dann wird der Vorwurf laut, das Studentenwerk verschaffe sich mit dem ab 2009 betriebenen C-Caffè im SuperC eine angeblich unseriöse Geldquelle durch Alkoholverkauf zu Dumpingpreisen. Auch dass sich die Studierenden, die nach der Mittagspause eigentlich konzentriert und bitte auch nüchtern in den Hörsaal zurückkehren sollen, zu sehr am Bierchen vor dem neuen SuperC laben könnten, erzeugt beim AStA der RWTH blanke Empörung. Die Geschäftsführung steht in diesem Kontext im gesamten Hochschulbereich unter Beschuss – auch beim eigenen Verwaltungsrat. Der Konflikt gipfelt schließlich im Rücktritt des Verwaltungsratsvorsitzenden, der sich eindeutig positioniert und das Handeln des Studentenwerks scharf kritisiert.

Abschied vom C-Caffè
Das C-Caffè im SuperC bleibt mit eingeschränktem Alkoholangebot bestehen. 2018 heißt es dann jedoch Abschied nehmen. Nach über zehn Jahren schließt die Kaffeebar endgültig ihre Pforten.

Ausschlaggebend für die Schließung ist die für das Jahr 2019 vorgesehene Mieterhöhung. Da das C-Caffè ausschließlich tagsüber und unter Berücksichtigung einer sozialverträglichen Preisgestaltung betrieben wird, ist eine kostendeckende Bewirtschaftung nun nicht mehr möglich.