Der Weg zum
Haus der Studentenschaft

Das „Haus der Studentenschaft“ entsteht Anfang der 1920er-Jahre. Nach der Gründung der ersten Mensa in der Turnhalle werden die neuen sozialen Dienstleistungen für Studenten unter einem Dach vereint.

Die dem Verein Studentenwohl behelfsmäßig zur Verfügung stehenden Räume in der Talbot-Halle entsprechen in keiner Weise den wachsenden Anforderungen. Es haben sich einzelne Arbeitsbereiche und gut organisierte Geschäftszweige mit Angestellten gebildet, denen ein fester Standort gegeben werden soll. Die Aufgaben reichen von der Vergebung von Darlehen und Stipendien über Krankenkassensysteme und Essen bis hin zur Unterhaltung von Studentenzimmern.

Das hat den Wunsch zur Folge, die sozialen Einrichtungen in einem Gebäude zu vereinigen. Man beschließt daher, einen Neubau für die studentische wirtschaftliche Selbsthilfe auf eigene Kosten, unter eigener Leitung und – soweit möglich – mit eigenen Kräften zu errichten.

Der Vorsitzende des Vereins, Professor Dr. Eckert-Greiffendorf, lässt durch den Architekten Professor Hausmann einen Plan für ein neues Studentenhaus aufstellen. Die Stadt Aachen übergibt dem Verein dafür ein Grundstück zwischen Pontwall und Roermonder Straße. Der Bau des „Haus der Studentenschaft“ kann beginnen.

Der Bau
Für die Errichtung des Gebäudes sind mehrere Bauabschnitte vorgesehen, da die Mittel nach und nach bei Freunden und Gönnern beschafft werden müssen. Im Spätherbst 1923 wird mit den Bauarbeiten begonnen und ein Teil des Materials beschafft. Das Studentenhaus soll mithilfe von werktätigen Studenten gebaut werden.

Es herrschen schwierige Bedingungen: Über ein Viertel der Bevölkerung ist erwerbslos und etwa 43.000 von 155.816 Einwohnern müssen aus öffentlichen Mitteln ernährt werden. Bereits kurz nach Baubeginn müssen die Arbeiten infolge der Separatistenunruhen, der Inflation und der zeitweiligen Schließung der Hochschule unterbrochen werden.

Erst im Frühjahr 1924 kann der Bau fortgeführt werden. Die Inflation ist überstanden, wodurch einiges an Spendengeldern eingeht. Die Geldmittel stammen unter anderem aus großzügigen Spenden des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung.

Architekt: Professor Hausmann
Kosten: rund 300.000 Goldmark
Finanzierung: zu einem großen Teil aus Spenden
Geschäftsführer des Vereins Studentenwohl: Anton Krötz